Herr Söder, Sportstätten öffnen!

Um eines vorweg zu nehmen: Ich bin weder ein Corona-Leugner, noch nehme ich dieses Virus nicht ernst. Ich bin klar für Vorsicht und Umsicht – jedoch auch sehr für Weitblick und Perspektive. Was wir Erwachsene und verantwortliche Personen mit unseren Kindern und Jugendlichen machen, ist unverzeihlich. Ich bin seit Jahrzehnten als Trainer, Abteilungs­leiter und Vorstand in meinem Heimatverein, dem SVP (Sportverein Petershausen), ehrenamtlich tätig. Die Pandemie ist für uns alle eine unglaubliche Katastrophe in allen Lebensbereichen.

Wir Erwachsene, zumindest viele von uns, können uns aufgrund unserer Erfah­rungen und des Erlebten durch diese Krise manöv­rieren, da wir Perspektiven, Ziele, Pläne und Horizonte erkennen und uns diese stecken können. Unsere Kinder können das nicht!

Wenn mich meine Kinder (3 und 10 Jahre) irgendwann einmal fragen, was ich eigentlich dafür unternommen habe, ihnen in dieser Phase zu helfen, will ich mir nicht vorwerfen, nichts getan zu haben!

Unsere Kinder können nicht in die Schule, können keine Geburtstags­feiern durchführen, keine Freunde treffen, Spaß haben, sich “reiben”, Sport treiben usw., was für die Entwicklung, und das ist das Entschei­dende, unglaublich wichtig ist. Es fehlt an Bewegung, Antrieb, Lust, Spaß, einfach an allem! Was die Politik hier mit unserer Zukunft treibt, ist beschämend. Wir Vereine im Bereich des Breitensports haben top ausgetüftelte Hygiene­konzepte bis ins kleinste Detail (da kann sich jeder Supermarkt eine Scheibe davon abschneiden – ohne hier Kritik äußern zu wollen, sondern nur, um das Verhältnis darzustellen!).

Wir haben Trainer, Eltern, Verantwortliche, die dieses Leid, ja dieses unglaubliche Leiden der Kinder, die so tapfer und diszipliniert vorgehen, tagtäglich ansehen müssen. Ich stütze mich weder auf Studien noch auf Meinungen, ich sage: Lasst unsere Kinder und Jugendlichen Sport unter Aufsicht und Vorsicht betreiben! Das Ausmaß unter all diesen lebens­prägenden Mängeln können wir uns noch gar nicht vorstellen.

Herr Söder, stoppen sie mit allen Mitteln diesen Wahnsinn und geben sie zumindest die Sport­anlagen frei. Frische Luft, Bewegung, sehr geringe nachgewiesene Ansteckungs-Möglichkeiten, weiterhin zumindest natürlich kontaktlos, unter Anleitung durch erfahrene Trainer und Betreuer, vorliegende Hygiene­konzepte und, wenn es sein muss, auch mit Schnelltests! Aber öffnen Sie dringend diesen Bereich! Ich erhebe mein Wort für alle Kinder und Jugendlichen, damit sie eine Stimme bekommen und ein Gesicht, und hoffe, dass die Vernünftigen und nicht die Radikalen und Leugner dies unterstützen. Umsicht und Vorsicht gepaart mit Weitblick und Kindeswohl! Ich bitte alle Amtsträger, lasst die Kinder in den Trainings­gruppen Sport treiben!

Von Daniel Lettmair
1.Vorstand JFG Dachau Land 06

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